|
Sinsheim, 26.02. - 28.02.2010............und sie fand doch statt: nein, nicht die Faszination Motorrad, wie sie früher einmal hieß, sondern die "Erlebnis Motorrad", die Bike-Messe oder auch Bike-Show im Südwesten zum Auftakt der kommenden Motorrad-Saison. Warum die Messe in Sinsheim jetzt "Erlebnis Motorrad" heißt könnt ihr im anschließenden Kommentar lesen, denn dazu gibt es einiges an Hintergrund-Infos, die mal genannt werden müssen. Aber jetzt zur Bike-Show in Sinsheim, die an besagtem Wochenende statt gefunden hat. Wie gewohnt im Februar, öffnete das Messe-Zentrum Sinsheim unter der Regie des Huber-Verlags aus Mannheim seine Tore, um die Biker-Gemeinde und zahlreiche Bike-Interessierte mit einer Bike-Show mit knapp 100 Exponaten und mehr als 150 Ausstellern zu begrüßen. Erlebnis Motorrad 2010Ob Chopper, Sportler, Tourer, Cruiser, Enduro oder Gespann, die Veranstalter hatten alles in diese regionale Motorradmesse reingepackt, was der Markt so zu bieten hat. Neben namhaften Markenherstellern aus diesen Bereichen waren diesmal auch zahlreiche Veredler und Customizer verteten und trugen mit ihren Umbauten den einen oder anderen Blickfang bei. Begann der Freitag bei durchwachsenen Wetterverhältnissen noch etwas ruhig, so wurde es am Samstag dafür umso stürmischer, was die Besucher betraf. Pünktlich mit Messebeginn hatte der Wettergott die Bikeverrückten ganz oben auf seiner Wunschliste, verjagte die tristen Wolken und strahlte auf das Messe-Zentrum herab, wie wenn es nie etwas anderes gegeben hätte. Und so gab es schon vor 10.00 Uhr die erste Überraschung: etliche Biker hatten sich auf zwei Rädern auf nach Sinsheim gemacht und warteten nun ungeduldig vor den Toren auf Einlass, denn oh Wunder, im Gegensatz zu den vergangenen Jahren war es erstmals wieder möglich mit dem Bike direkt in Halle 1 zu fahren oder dort vor dem begeisterten Publikum eine Runde zu drehen. Folglich war schon kurz nach 10.00 Uhr die Main Street mit Bikes gefüllt und der Rest der Spätaufsteher musste sich mit der angrenzenden Halle als Parkraum begnügen. Als kleinen Trost hatte man sich aber damit schon mal die Parkgebühren gespart, die sonst auf den umliegenden Parkplätzen fällig geworden wären. Kostenloses Parken für Bikes....Nutzten Freitags aufgrund des schlechten Wetters noch wenige diesen tollen Service, so waren es am Samstag schon mehr als 400 Biker, die mit ihren Kisten angereist waren und am Sonntag, trotz orkanartiger Böen und heftigem Wind fast 900 Bikes, die in der Halle abgestellt wurden. Wer also diese Parkarea nutzte kam auch direkt in die Main Street und wurde dort gleich von einer gut organisierten Bike-Show begrüßt, die mit einigen Eye-Catchern bestückt war und was die Stilrichtungen betrifft auch noch gut gemischt war. Mainstreet mit Bikeshow
Das Thema Bike-Show zog sich dann auch wie ein roter Faden durch alle vier Messe-Hallen und lockerte die Ausstellerflächen dadurch nicht nur auf, sondern war zugleich auch Anziehungspunkt sich eben durch alle Hallen zu bewegen und zu schauen, was es an Bikes zu entdecken gab. Vetreten waren dort nicht nur die Profis mit ihren Umbauten, auch der eine oder andere Eigenumbau aus der heimischen Garage war vertreten und stellte sich den teilweise auch kritischen Blicken des Publikums.
Honda Black Widow Eigenumbau Café Racer erfreuen sich immer größerer Beliebtheit...
....ebenso wie geniale Fighter-Umbauten, die inzwischen... ....zu jeder guten Motorradmesse gehören.Blieb die Halle 1 überwiegenden der Mainstreet mit der Bike-Show, den Customizern und der Show-Bühne vorbehalten, so gehörte Halle 2 traditonell den Gespannen, die sich einer ebenfalls stolzen Gemeinde erfreuen. Klar dass wir auch hier das eine oder andere Teil entdeckten, das nicht nur uns sondern das Publikum in großem Maße faszinierte und begeisterte. Halle 2 gehörte den Gespannen NSU Bison 2000 Gerne hätten wir diesen Motor einmal gehört.... ...aber auch das entdeckten wir in Halle 2Am Samstag dann um die Mittagszeit hatten auch die Langschläfer ihren Weg ins Messe-Zentrum Sinsheim gefunden und die Hallen füllten sich mehr und mehr. Halle 3 war fast schon gestopft, stellten hier doch die Marken-Hersteller aus und natürlich die vielen Zubehörhändler, die mit Parts und Motorradbekleidung die hungrigen Massen mit frischer Ware für die Saison versorgten. Es wurde also nicht nur ausgestellt, es wurde genauso verkauft. Eine Motorradmesse ist eben nicht nur zum Glotzen da, für die Gewerbetreibenden ist sie neben dem Werbeeffekt auch ein nicht ganz unbedeutender Wirtschaftsfaktor. Samstagmittag - es wurde richtig voll.... Bike-Show auch in Halle 3....Sicher, wer sich regelmäßig mit den neuesten Magazinen versorgt, Fern sieht oder die eine oder andere Motorradmesse besucht und auch sonst sich für die Bike-Szene interessiert, der stellte fest, dass nicht allzu viel Neues ausgestellt war. Logisch, die Hersteller präsentieren ihre neuen Modelle meist im ausklingenden Vorjahr, um pünktlich mit den neuesten Highlights in die aktuelle Saison zu starten. Harley-Davidson stellt seine neuen Bikes ja meist schon im September des Vorjahres vor und so gab es da nur eins zu sehen: den riesigen Stand den Harley-Davidson Rhein-Neckar präsentierte. Ob er auch der größte war wissen wir nicht, aber es war auf jeden Fall der Höchste. Harley's sauber ins Regal gestellt.... Newcomer 2010 - Victory Motorcycles Eine der ältesten Motorradmarken - Royal Enfield KTM RC 8Halle 4 zeigte ebenfalls keine großen Überraschungen. Allerdings war dieses Jahr zum ersten Mal Triumph vertreten. Die britische Traditionsmarke, die sich immer mehr Anteile im Cruisermarkt sichert, hatte wie schon in Bad Salzuflen auf der Custombike, wieder den großen Triumph-Truck in der Halle geparkt und musste sich der Belagerung durch das Messe-Publikum tapfer erwehren. Ja, wer es noch immer nicht mitbekommen hat, Triumph ist inzwischen genauso kultig im Bewusstein der Biker-Community angekommen wie Harley-Davidson. Triumph präsentierte die aktuellen Modelle Moto-Guzzi Café Racer Kleinster Custom-Chopper auf der Messe
Nach unserem Rundgang durch die Messehallen kehrten wir wieder in die Mainstreet zurück. Hier gab es nämlich Unterhaltung, denn dafür ist die Showbühne schliesslich da. Neben Live-Bodypainting mit Pinstripingartist MAZE wurden auch die Neuheiten 2010 vorgestellt. Victory Motorcycles stellte die Vision Street vor, einen futuristisch designten Langstrecken-Tourer. Im Interview mussten sich die Verteter von Victory auch mal wieder für ihren angeblichen Schneemobil-Motor rechtfertigen und einige Vorurteile ausräumen. Doch wer Motoren baut, die auch bei -50°C funktionieren müssen, der dürfte bei normalen Motorrädern nicht so schnell in die Qualitätsfalle tappen, zumal Victory in den USA weiter auf dem Vormarsch ist. Wem die Showbühne noch nicht reichte, der konnte sich bei Pit Lengner, dem letzten deutschen Steilwandfahrer in seiner Wall of Death unterhalten lassen. Nachdem wir die Schlangen der dort wartenden Besucher gesehen hatten gaben wir dieses Vorhaben aber auf und ließen uns an einem der zahlreichen Catering-Stände versorgen. Wer am Samstagabend dann noch immer nicht genug hatte, konnte sich noch auf der Aftershow Party austoben, die diesmal auch von der Polizei besucht wurde, hatten doch böse Stimmen im Vorfeld verlauten lassen, dass es im Zuge der Messe zu einem Rockerkrieg kommen würde, der allerdings ausblieb, wie so manch andere falsche Information, die von gewissen Kreisen platziert wurde und damit ist nicht die Szene gemeint. Mehr dazu im Kommentar. Kleines Highlight am Rande: der Huber-Verlag verloste eine nagelneue Kawasaki Z1000 unter den teilnehmenden Besuchern. Wer DER oder DIE glückliche Gewinner/in der gut 20.000 Besucher, die das Wochenende über die Messe besuchten, war, werdet ihr in einer der nächsten Ausgaben der Custombike, Bikers News oder Dream Machines erfahren. Fazit: Für eine kurzfristig organisierte Messe, von der es vor nicht allzu langer Zeit nicht feststand, ob sie überhaupt stattfindet, war alles im grünen Bereich. Die knapp 150 Aussteller lieferten ein positives Feedback, genauso wie die zahlreichen Besucher, die ein Wochenende lang mal wieder in die Welt der Chopper, Cruiser, Tourer, Enduros, Sportler, Gespanne und Custombikes eintauchen konnten und sicher einen kurzweiligen Aufenthalt hatten. Wenn man dann auch nicht aus den Augen verliert, dass es sich um eine regionale Messe handelt, dann kann man sich garantiert auf nächstes Jahr freuen, wenn es vom 11. - 13. Februar 2011 wieder heißt: Erlebnis Motorrad im Messe-Zentrum Sinsheim. Photos (c) 2010 by The Daily Chain - Unerlaubte Veröffentlichung oder Weiterverwertung ist ausdrücklich untersagt. Alle Photos: ERLEBNIS MOTORRAD 2010 Kommentar: Erlebnis Motorrad 2010 vs Faszination Motorrad 2010 Wie wurden aus früheren Partnern Konkurrenten und warum hat der Südwesten auf einmal zwei Messen in kurzen Abständen? Fragen über Fragen, Verwirrung allenthalben und gezielte Falschinformationen, Verarschen von parkplatzsuchenden Besuchern und sonstige Widrigkeiten. Was ging denn hier ab? Nun, die meisten Besucher dürften von dem ganzen Theater um die beiden Messen wenig mitbekommen haben und sich höchstens gefragt haben, warum zwei und warum heißen die auch noch ähnlich? Wieso die eine in Karlsruhe und die andere in Sinsheim? Der Huber-Verlag und der frühere Messeveranstalter hatten in den vergangenen Jahren gemeinsam die Faszination Motorrad veranstaltet, bis sich der Veranstalter aus bestimmten Gründen entschied, Sinsheim als Messestandort der Faszination Motorrad zu verlassen und nach Karlsruhe umzuziehen. Soweit so gut. Sinsheim stand also plötzlich ohne Messe da und der eine Partner war aus dem Rennen. Allerdings war die Faszination Motorrad in den letzten Jahren ehrlich gesagt langweilig geworden und ohne die Bike-Show, die der Huber-Verlag veranstaltet hatte, war sie nach dem Schließen der Mainstreet, die man mit seinem Bike befahren konnte, weiter in der Publikumsgunst abgesackt. Also entschloss man sich beim Huber-Verlag Sinsheim weiterleben zu lassen und organisierte nun mit einer kurzen Vorlaufzeit von etwa 10 Wochen mal eben schnell die "Erlebnis Motorrad". Gesagt, getan. Doch damit fing der Ärger an. Sah nun der frühere Partner seinen zukünftigen Erfolg in Karlsruhe gefährdet wurde nun fast nichts ausgelassen, um die Messe in Sinsheim zu verhindern. Sich jetzt im einzelnen darüber auszulassen würde hier den Rahmen sprengen und beschäftigt ohnehin nun auf beiden Seiten die Anwälte. Ein normaler Streit unter ehemaligen Geschäftspartnern, wie er eben mal passieren kann, könnte man meinen und damit auch ohne weiteren Belang für Besucher und die Öffentlichkeit.
Wäre da nicht plötzlich in einer Heidelberger Zeitung ein Artikel aufgetaucht in dem die eine Seite auf einmal Geschütze auffährt und anfängt die Kanonen donnern zu lassen. Kurzer Einwurf: allein die Rhein-Neckar-Metropole ohne den Karlsruher Raum hat mit über 1,5 Mio. Einwohnern genügend Potenzial, um locker zwei Messen mit Besuchern zu bedienen. Daran konnte es also nicht liegen. Ob die Händler und Aussteller zwei Messen in kurzen Abständen hintereinander verkraften würden können, stand erstmal auf einem anderen Blatt. Also geht man mal schnell zur Zeitung und erzählt eine Geschichte.
Wir zitieren aus besagter Heidelberger Zeitung: "Verärgert ist Andreas Wittur, Prokurist der Messe Sinsheim GmbH über das parasitäre Verhalten der Mannheimer, die auf der Erfolgswelle der Faszination Motorrad schwimmen". Er kreidet den Veranstaltern an, dass sie "unsere Veranstaltung zu 100% kopieren". Rechtliche Schritte seien eingeleitet, um den Mannheimern die Werbung mit dem geschützten Namen "Messe Sinsheim" zu untersagen. "Das verstößt gegen das Wettbewerbsrecht." Wenig seriös findet Wittur auch das Geschäftsgebaren. Der Verlag habe sich trotz klarer Zusage für Standflächen in Karlsruhe "bis heute nicht gemeldet". Es sei schlicht unwahr, dass Sinsheim als fester Messestandort für Biker gehalten werden könnte. Das scheitere daran, dass die Messehallen spätestens 2011 einer neuen Nutzung zugeführt werden. Besonders empört Wittur, dass die gesamte Branche durch diese Aktion verunsichert wird. Jetzt müssen wir die Aussteller beruhigen. Die Fakten sprächen für Karlsruhe, stellt Wittur klar. Bei uns sind so viele Marken vertreten, wie nie. In Sinsheim würde nur ein ganz kleines Publikumssegment angesprochen. Wir haben Erfahrung mit dieser Szene, haben sie Schritt für Schritt aus der Faszination Motorrad herausgehalten erinnert er an Schlägereien rivalisierender Rockergangs in der Vergangenheit. So, nun mal zur Sache. Ein Verlag, der Europas größte Custombike-Messe organisiert muss sicher nicht eine regionale Messe zu 100% kopieren. Dass sich Messen alle ähneln, liegt wohl in der Natur der Sache, denn es geht hier ja, wie wo anders auch, um Motorräder. Die Sache mit dem geschützten Namen wird sicher einige weitere Anwälte gutes Geld verdienen lassen und ob Herr Wittur Namensrecht mit Wettbewerbsrecht verwechselt wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass Sinsheim als Messestandort noch ein paar Jahre länger erhalten bleiben wird. Folglich kann von einem "parasitären" Verhalten keine Rede sein! Auch dass die Branche verunsichert wird, naja, hätten wir an seiner Stelle auch behauptet. Irgendwas muss man ja sagen, auch wenn es so sinnlos ist, wie das Geschwafel der meisten Politiker. Dass in Sinsheim nur ein ganz kleines Publikumssegment angesprochen wird, da könnte wir ihm fast Recht geben, falls man 20.000 Besucher als kleines Segment hinstellen möchte. Aber dann stellen wir uns die Frage, wie die Faszination Motorrad in der Vergangenheit eine Erfolgsgeschichte sein konnte? Oder aber er meint damit die rivalisierenden Rockergangs, die jedes Jahr die Messe aufgemischt haben. Mit solchen Aussagen würden wir uns nicht soweit aus dem Fenster lehnen. Die Szene mit so dummen Phrasen anzuschwärzen zeugt nicht von großer Kenntnis. Zur Erinnerung: Die einzige Auseinandersetzung zwischen "rivalisierenden Rockergangs" gab es 2008 ausgerechnet unter der Regie der Messe Sinsheim GmbH. So what? Wir können uns nicht des Eindrucks erwehren, dass sich hier einer verzockt hat und seinen Erfolg gefährdet sieht. Getroffene Hunde bellen, könnte man auch philosophieren.... Wenn man aber seine Inkompetenz an den Besuchern auslässt, von denen nicht wenige ebenfalls in Karlsruhe waren, dann hört der Spaß auf. Der Messse Sinsheim GmbH gehört noch etwas Parkraum in der Nähe der Messehallen. Was also macht man? Man stellt Schilder auf und leitet die unwissende Besucherschaft in selbigen und kassiert gleich mal unverschämte 5€ Parkgebühr. Nachtreten nennt man das vorsichtig, wir nennen es eine üble Schweinerei, die noch zum Knieschuss werden könnte. Klar dass sich zahlreiche Messebesucher verarscht gefühlt haben und bei den Messeveranstaltern der "Erlebnis Motorrad" ihrem Ärger Luft gemacht haben. Eine späte Einsicht könnte sein, dass zwei Messen gut neben- und miteinander hätten existieren können. Nun wird vielleicht eine dafür büßen, denn etliche Händler und Aussteller sind ebenfalls sauer, ob gewisser Vorkommnisse. Wir würden fast darauf wetten, welche Messe in Zukunft den Kürzeren zieht. Welche müssen wir hier aber jetzt nicht verraten........
» Keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
|