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Was wäre wenn...? E-mail
Written by C. Heim   

....der Verbrennungsmotor schon seit langem Geschichte ist und fossile Brennstoffe mit ihrem Niedergang ihn mit in die Tiefe der Zeitrechnung gerissen hätten? Wir schreiben das Jahr 2049. Vieles hat sich geändert. Die politischen Verhältnisse von einst existieren nicht mehr, genauso wenig wie die uns altbekannten Staatenverhältnisse. Der Kampf um die letzten fossilen Brennstoffe hatte die Welt mit Beginn der 20er Jahre des 21. Jahrhunderts in einen alles erfassenden Kampf gerissen, den die einstigen Besitzländer der natürlichen Ressourcen nicht überstanden haben.

Kampf um Treibstoff - Nur eine Vision?
Nur eine Vision oder bald Wirklichkeit?

Ja, es war eine schlimme Zeit. Der australische Actionkracher aus den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kam der Wirklichkeit, die uns nicht nur ein-, sondern gleich mit Vollgas überholte, näher als manchem lieb gewesen war. Nun, wir ziehen heute nicht durch endlose Wüsten auf der Jagd nach dem letzten Tropfen Sprit, auch bevölkern keine Freaks die endlosen Highways im Outback, um ein paar armen Wichten nicht nur den Sprit sondern auch gleich noch ihren fahrbaren Untersatz abzuzocken. Nein, davor sind wir in der heutigen Weltrepublik verschont geblieben. Hatte sich die Menschheit doch aller Erfahrungen zum trotz, nicht gleich selbst mit vernichtet, als klar war, dass mit dem Ende der uns bekannten Energieform auch eine neue Weltordnung Einzug halten würde.

Und so sitze ich hier mit meinem alten Kumpel auf einer Bank und sinniere über die vergangenen Jahre und welche Veränderungen sie für uns bereithielten. Ein Bike fahre ich nicht mehr, mit 82 ist das auch nicht mehr so prickelnd, bevorzugt wird die langsamere Gangart zu Fuß oder im Wheelchair. Außerdem hänge ich noch an den fossilen Verbrennungsmotoren, ihren eigentümlichen Gestank, den sie produzierten und die unnachahmlichen Geräusche, die sie mit jeder Explosion verursachten. Nach heutigen Gesichtspunkten waren sie eine totale Fehlentwicklung. Ihre einzige Effizienz bestand in der Entwicklung von Wärme. So was würde heute gar nicht mehr auf die Strassen gelassen werden, wenn denn noch so was wie Sprit existieren würde. Aber trotzdem hatten sie etwas, was einzigartiges, lebendiges, fast möchte ich sagen, eine Seele. Ja, sie lebten, vielleicht gerade weil sie nicht so perfekt waren.

OCC Siemens
Elektrobike von OCC 

Ihr Ende begann mit dem Schwinden der Erdölressourcen. Klar, es war ja abzusehen, wir wussten nur nicht genau, wann und wie und mit der globalen Schlacht hatte auch keiner wirklich gerechnet. Was soll’s? Vieles ist seitdem besser geworden, obwohl die Anfänge neuer Motoren zur Fortbewegung recht turbulent und teilweise sogar amüsant waren. In den dreißiger Jahren experimentierte man im Reich der Mitte mit Mini-Reaktoren. Weiß der Geier woher sie den ganzen Uran her hatten, um die Dinger zum laufen zu bringen. Sie hatten sogar Motoren bis zur Serienreife gebracht und Millionen von diesen komischen Atom-Bikes damit ausgestattet. Bis die ersten sich in kleinen Wölkchen mit lautem Knall und enormer Strahlung wieder verabschiedeten. Bikes gibt es heute im einstigen Reich der Mitte keine mehr.
Ein anderer Versuch waren die Brennstoffzellen. Aber viel zu aufwändig und schwer, um sie in Motorräder zu implantieren. Auch hier katapultierten einige Exemplare ihre Besitzer anstatt nach vorne erst nach oben und dann direkt auf den Friedhof.

Die einst verpönten Elektrobikes, deren Entwicklung schon im ersten Jahrzehnt zu beobachten war, setzten sich schließlich durch. Die klassischen Hersteller setzten allesamt aufs falsche Bike und verpennten die Entwicklung und so ist der einzige Hersteller von Bikes, die dem damaligen Feeling noch nahe kommen, die Tesla Motorcycle Company. Die Stromerzeuger kontrollieren heute also nicht nur die Energieerzeugung sondern auch noch den Markt für Bikes. Wie konnte es auch anders sein. Doch einen cleveren Schachzug muss man ihnen zugute halten. Ein Bike ohne Sound ist halt kein echtes Bikes und so entwickelten sie für die Bikes gleich auch die passenden Soundchips mit.

Manchmal kommt mein Enkel vorbei und fragt, ob er sich meine alte Harley ausleihen darf. Natürlich habe ich auch keine echte mehr. Aber dieser Sound…..Potato Potato Potato…….den haben sie trotz allem behalten und konservieren können. Immer wenn er dann sein E-Bike umstellt, dann ist dieses Gefühl wieder da, was wäre wenn uns dieses verdammte Erdöl niemals ausgegangen wäre und dann erinnere ich mich an eine Zeit von stinkenden Zweitaktern, mit blauem Dunst und Geknatter, schwere V2-Motoren mit voluminösem Klang und Geschüttel, dass einem die Hände taub wurden. Ja, sie hatte etwas, diese Zeit. Motoren hatten ein Eigenleben und waren nicht synthetisch. Und überhaupt, früher war alles besser und sowieso ...

Dann komme ich wieder zu mir, schüttele mich, stelle fest, das ich keine 82 bin, nicht in der Zukunft lebe und nur eine blöde Vision hatte.
Und auch wenn es uns alle immer wieder ärgert und der Sprit immer teurer wird. Genießen wir es, so lange es noch geht.

In diesem Sinne: „Der Verbrennungsmotor ist tot, es lebe der Verbrennungsmotor“.

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