|
Hellfire Chopper Was eigentlich ist der momentane Trend im Custombike-Business? Oldschool, High-Necker oder doch "typisch deutsch", means: breit, flach und geduckt? Eine Frage, die wohl so eindeutig nicht zu beantworten ist. Liegen doch die Wahrheit,das persönliche Empfinden und die Wertschätzung wie so oft im Auge des Betrachters. But who cares what fuckin' trend is coming up? Choppers ‘ll never die! 
Das dachte sich auch der Auftraggeber dieses Projektes. Dr.Stefan Graf, Besitzer mehrerer hochwertiger Custombikes und passionierter American-V Twin Treiber, trug sich schon länger mit dem Gedanken,einen klassischen American Chopper aufbauen zu lassen. Und dann kam das Schicksal ins Spiel. Vor gut zwei Jahren lernte Stefan auf der „Custombike 2005“ seinen Namensvetter, den Inhaber der Firma „Bikers-Dream-24“, Stefan Graf kennen. Schnell stellten beide Grafen fest, dass ganz offenbar nicht nur ihre Namen gleich sind. Ein hoher Anspruch an Ästhetik und Funktion, das Streben nach Perfektion und ein innovativ-kreativer Geist sind beiden Grafs eigen, noch dazu war man sich schnell sehr sympathisch, was zwar nicht zwingend Voraussetzung für die Realisierung eines solchen Projektes ist – aber Vieles vereinfacht und für beide Seiten angenehmer macht. Wie der Chopper aussehen sollte, war dem Auftraggeber schon lange klar. In nächtelangen Computer- und Skizzenorgien wurden die Eckdaten festgelegt, die Komponenten aus den Katalogen der Global Player ausgewählt und darüber hinaus nach innovativen Einzellösungen gesucht. Für beide Stefans ist die wohl ehrlichste Basis für einen radikalen Chopper ein Starr-Rahmen. Komfort, Bequemlichkeit, Federung – who cares? It’s a Choppa, Babe! Und endlos lange Rides durch kurvige Gebirgsgegenden sollten ohnehin nicht als natürliche Bestimmung und Lebensraum für dieses Bike angedacht sein. 
So wurde nach den Vorstellungen des Auftraggebers ein sehr spezieller Rigid-Frame angefertigt. Zwei Zoll Stretch im Downtube, 5 Zoll Verlängerung im Backbone und ein choppertypischer Rake von 46 Grad ergaben nach Computerberechnung einen recht guten Wert für Nachlauf und Fahrwerksgeometrie. Etwas ganz Besonderes ist der Seat-Hoop,der fester Bestandteil des Rahmens ist. Sicher ist für ein Starr-Rahmen Projekt ein Übermaß an Motorleistung nicht unbedingt das, was als Erstes im Lastenheft stehen muß. Da dieser Chopper aber nach einem optisch herausragenden und brutal starken Antriebsaggregat förmlich gierte, entschieden sich die beiden Grafen für einen der wohl schönsten Motoren des Aftermarktes: Ein show-polierter 121“ großer TP sollte die HELLFIRE antreiben und ihrem Namen auch innere Bedeutung verleihen. Die Vereinigung von "Beauty" and "Beast", noch dazu für einen 2 Liter Motor vom Evolution Typ erfreulich kultiviert und abgesegnet vom deutschen TÜV. Dieses Herzstück des Choppers wurde mit dem legendären Iron Cross Luftfilter von Jesse James optisch noch ein bißchen gepimpt und atmet durch - zum Flow des Bikes passende- Pipes der Martin Brothers aus. Die wohl am häufigsten gestellte Frage von Betrachtern der HELLFIRE ist die Platzierung des Öltanks! Im Rahmenrohr, im Heckteil, im eigentlichen Tank? No way... Bei der Realisierung dieses Projekts wurde ein in den USA gar nicht so seltenes Konzept aufgegriffen: Die Grafen entschieden sich für ein Baker 6-Gang Getriebe im Dyna-Style, das mit dem entsprechenden offenen Primärantrieb der Firma RMD kombiniert wurde. Das bedeutet, daß schlichtweg kein seperater Öltank vorhanden ist und das Ölreservoir sich direkt im Getriebegehäuse befindet. Dies entspricht der klassischen Choppervorgabe, möglichst viele Teile zu "choppen", also wegzulassen. Im Heck der HELLFIRE dreht sich eine für heutige Verhältnisse eher gemäßigte 280er Walze, während zwischen den Springerholmen der monumentalen American Suspension-Gabel choppertypisch ein verchromtes 21" Vorderrad der Firma RC rotiert. Auch sonst liest sich die Liste der verwendeten Parts und Accessoires wie das "Who-is-Who" der Chopperbranche: Modifizierte Monkey Bars und Taillight von Paul Yaffe, Motor- und Zündspulenhalter von Cyril Huze, die Armaturen vom Typ "Contour" sowie die hintere Bremsanlage steuerte Performance Machine bei und Riser und Fußrastenanlage stammen aus dem Hause Accutronix. 
Doch die geilsten Parts führen bei ihrer Verwendung nicht zwangsläufig zu einem optisch homogenen, in sich stimmigem Ergebnis. Die Kombination der Einzelteile und das Zusammenfügen zu einem wirklich harmonischen Ganzen ist das Verdienst von Stefan Graf aus dem Hause "Bikers-Dream-24". In nicht mehr nachzählbar vielen Stunden formte er die Bodyparts wie Tank und Fender milimetergenau, überlegte sich zahlreiche Detaillösungen und fertigte Einzelparts, die nur für dieses eine Bike Verwndung finden sollten. Eine der Form eines Dynamitpakets nachempfundene Akku-Stabbatterie fand auf speziell gefertigten Haltern ebenso ihren Platz im Gesamtbild wie der eigens dem Radius des hinteren Fenders angepasste seitliche Kennzeichenhalter.
Immer wieder findet sich in Details das bestimmende Element dieses Choppers, das Maltese Cross. Dieses Motiv wurde selbstredend auch von Mario (MS Graffix) aufgegriffen, der die Idee des Besitzers in einem äußerst sauber ausgeführten Paintjob umsetzte. Schimmerndes Silber und blutrote Lasur mit tiefliegendem "RealFire" lassen die HELLFIRE schon im Stand wirklich im wahrsten Sinn des Wortes "heiß" aussehen. Der Sitz, wenn man bei dem kleinen Teil von einem solchen überhaupt sprechen mag, wurde aus Echtleder gefertigt und von Meister Dobstetter fein punziert und farblich angepasst. Der Aufbau dieses Bikes hat alles in allem ca. 5 Monate gedauert.Mit dem Ergebnis sind beide Grafs sehr zufrieden. Mit Sicherheit wird dies wohl nicht das letzte "blaublütige Projekt" der Beiden gewesen sein. Schwer fahrbar. Unbequem. Hart. Brutal. Mag sein. But it's a Choppa, babe....! 
Vorstellung der HELLFIRE auf der Custombike 2007 in Bad Salzuflen. Credits: www.bikers-dream-24.de
» Keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
|